JA22 - Tora-Schild - Wolfgang Schubert (Meister 1774, gest 1816) (Volkskunde-Spielzeug-Judaica)

Sammlung
Volkskunde-Spielzeug-Judaica
Inventarnummer
JA22
Allgemeine Bezeichnung
Tora-Schild
Besitzverhältnis
Kauf
Name des Herstellers
Wolfgang Schubert (Meister 1774, gest 1816)
Herstellungsdatum
1805/1808
Herstellungsort
Nürnberg
Material und Technik
Silber, gegossen, getrieben, punziert und teilweise vergoldet.
Maße
H. 27,2 cm; B. 23,5 cm; T. 4,5 cm.
H. 32,5 cm.
Beschreibung
"Die rechteckige Grundform des Schildes wird oben durch einen halbrunden Bogen geschlossen. Der Umriss wird von einer schmalen, glatten Kante und einem Wulstprofil begleitet. An den Seiten der rauhgepunzten Grundplatte erscheinen die Säulen Jachin und Boas, die auf kubische Postamente aufgesetzt sind. Im oberen Teil der Säulen sind zwei ovale Blätterkränze aufgehängt, und auf den Säulenkapitellen stehen zwei steigende Löwen. Gemeinsam halten sie mit ihren Vorderpranken eine halbrund hervorgewölbte Krone [königlicher Rang der Lehre], in deren Innerem an einem Bügel eine Glocke hängt. Drei weitere Glocken sind an der Unterkante des Schildes befestigt. Unter der Krone erscheint die siebenarmige Tempel-Menora. Beiderseits ihres Fußes sind die Anfangsbuchstaben für K(eter) T(ora), Krone der Tora, befestigt. Die Menora steht mit ihrem Fuß auf dem mit einem Blätterkranz und einem Perlstab eingefassten Fensterchen zum Anzeigen der verschiedenen Festtage auf gravierten, silbernen Schriftplättchen. Unter dem Fenster sind die beiden Gesetzestafeln mit einem Rundmedaillon zwischen ihnen. Das Medaillon ist mit einem Perlstab eingefasst und ebenso wie die Gesetzestafeln glatt und unverziert." (Michael Eissenhauer, 1988)

"INSCHRIFTEN (HEBR., TEILW. ABBREVIATUREN)
Auf dem Schild: K[rone der] T[ora]
Feiertagstäfelchen:
a) Schabbat / Sch[abbat] R[osch] Ch[odesch]
(Schabbat des Neumonds)
b) R[osch] Ch[odesch] (Neumond) /
Sch[abbat] Ch[ol] H[amoed] (Schabbat der
Halbfeiertage)
c) R[osch] H[aschana] (Neujahr) / J[om]
K[ippur] (Versöhnungstag)
d) Sukkot (Laubhüttenfest) / Sch[emini]
A[zeret] (Schlussfest)
e) Pessach (Überschreitungsfest) / Schawuot
(Wochenfest)"
(Bernhard Purin, 2025)
Provenienz
Erworben 1911 im Kunsthandel.
Provenienz
angeblich aus einer Synagoge bei Kitzingen
"PROVENIENZ Ankauf 1911 von Johann Christian Wohlbold (1850–1929), Antiquitätenhändler in Nürnberg.22" (Bernhard Purin, 2025) 22 GNM, ZR 1911/26814. – GNM, Inventarbuch, Inv.Nr. JA22. – GNM, HA, GNM 770, Faszikel Verzeichnis der wichtigsten Zugänge der kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen des Germanischen Nationalmuseums von Pfingsten 1911 bis Pfingsten 1912, S. 1. – LHA KO Bestand 66,21, Nr. 6,58. – Anzeiger des GNM 1911, S. 75. – 81. Jahresbericht des GNM 1911, S. 5. – 1955 aus der Sammlung Kirchliche Geräte (Inv.Nr. KG889) in die Sammlung Jüdische Altertümer übertragen.
Provenienz
Beziehung zu anderen Objekten
andere Inventarnummer: KG 889 Das Objekt wurde 1955 aus dem KG-Inventar gestrichen und nun als JA 22 geführt
Klassifikation
Synagogenausstattung, Tempelgerät
Judaica & Torah-Schmuck
Literatur
Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. Nürnberg 1911, S. 75.
Zu den Goldschmiedemarken: Marc Rosenberg: Der Goldschmiede Merkzeichen. Bd. 3. 3. Aufl. Frankfurt am Main 1925, Nr. 3783 (Vorgeher Buchstabe) u. Nr. 4305 (Meistermarke, dort auch das Toraschild genannt)
Synagoga. Ausst. Kat. Recklinghausen 1960, C. 61.
Synagoga. Ausst. Kat. Frankfurt am Main 1961, Nr. 232.
Monumenta Judaica. Ausst. Kat. Köln 1963/64, E 373.
Bernward Deneke: Zur Geschichte der Sammlung jüdischer Altertümer im Germanischen Nationalmuseum. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. Nürnberg 1981, S. 143, Abb. 4.
Bernward Deneke: Jüdische Altertümer im Germanischen Nationalmuseum. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 1981, S. 4.
Siehe der Stein schreit aus der Mauer. Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Hrsg. von Bernward Deneke. Ausst. Kat. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 1988, S. 38-40, Abb. S. 39.
Nürnberger Goldschmiedekunst 1541--1868, Meister, Werke, Marken. Bearb. v. Karin Tebbe u. a. Nürnberg 2007, Nürnberg 2007, Nr. 822.10
Schübel, Birgit: Judaica aus Nürnberg – Silbernes Ritualgerät für Synagoge und Haus.. . In: Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. Bd. 2: Goldglanz und Silberstrahl. Kat. Ausst. Nürnberg. Freiburg 2007, S. 248-250 mit Abb.
Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. Bd. 2 Goldglanz und Silberstrahl. Bearb. v. Karin Tebbe u. a. Nürnberg. Zugleich Katalog der Ausstellung in Nürnberg 2007. Nürnberg 2007, S. 285, Kat. 156.
Birgit Schübel: Silberjudaica aus Nürnberger Meisterhand. Goldschmiedearbeiten für den rituellen Gebrauch. In: Franconia Judaica (Geschichte und Kultur der Juden in Nürnberg 8). Hrsg. vom Bezirk Mittelfranken durch Andreas Kluxen und Julia Krieger. Würzburg 2014, S. 133 – 164.
Typisch Franken? Hrsg. von Christof Paulus. Ausst. Kat. Ansbach, Orangerie im markgräflichen Hofgarten. Regensburg 2022, S. 207.
Wolfgang Brückner: Die Sprache christlicher Bilder (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 12). Nürnberg 2010, S. 21, S. 23, Abb. 9.
Bernhard Purin und Claudia Selheim: Judaica. Menschen und Objekte. In: Bestandskatalog des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg 2025. S. 95-96.
Standort
13 Südbau, 1.UG, Depot (13.01.07)
Objekt in Ausstellung
Ja
Kategorie
Präsentationsform
2.6 Stabhalter mit Sondermontage stehend
Gruppennummer
27.2 Jüdisches Leben
Objekte der Gruppe
Änderungsdatum
09.01.2025