Material und Technik
Silber, getrieben, gelötet, graviert
Beschreibung
Der Bsamim-Turm steht auf einem runden, gestuften Fuß, der mit gravierten und punzierten Wellenbändern verziert ist. Der Turmaufbau auf quadratischem Grundriss ist ganz mit graviertem Mauerwerkdekor versehen. Die kleine Rundbogentür mit Scharnier und Riegel kann an der Vorderseite geöffnet werden. Über ihr befindet sich ein Rundfenster, das in Durchbruchsarbeit einen Stern zeigt. An den drei weiteren Seiten sind Rundbogenfenster mit Sprossen eingeschnitten, darunter ist dreiblättrige Pflanze eingraviert. An der Galerie mit Brüstung, die gegenläufige Wellenbänder zieren, stehen an den vier Ecken kleine runde Türmchen mit geschwungenen Fähnchen. Ein zweites rundes Geschoss mit graviertem Mauerwerkdekor trägt ein hohes Spitzdach mit Kugelbekrönung und geschweifter Fahne. Das Dach ist mit einem rautenförmigen Schindelmuster graviert. Bei dem Turm handelt es sich vermutlich um eine Arbeit, die sich an alten Formen orientiert.
Literatur
Nürnberger Goldschmiedekunst 1541--1868, Meister, Werke, Marken. Bearb. v. Karin Tebbe u. a. Nürnberg 2007, Nürnberg 2007, Nr. 1100.01
Schübel, Birgit: Judaica aus Nürnberg – Silbernes Ritualgerät für Synagoge und Haus.. . In: Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. Bd. 2: Goldglanz und Silberstrahl. Kat. Ausst. Nürnberg. Freiburg 2007, S. 254 mit Abb.
Nürnberger Goldschmiedekunst 1541-1868. Bd. 2 Goldglanz und Silberstrahl. Bearb. v. Karin Tebbe u. a. Nürnberg. Zugleich Katalog der Ausstellung in Nürnberg 2007. Nürnberg 2007, S. 299, Kat. 291
Siehe der Stein schreit aus der Mauer. Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Hrsg. von Bernward Deneke. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum. Nürnberg 1988, S. 88, Nr. 3/69
Wolfgang Brückner: Die Sprache christlicher Bilder (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 12). Nürnberg 2010, S. 15, S. 18, Abb. 6.