Material und Technik
Messing, Holz, Kupfer, Glas
Beschreibung
1823 entdeckte Johann Wolfgang Döbereiner (1780–1849), dass sich Wasserstoff an einem Platinschwamm selbst entzündete und entwickelte daraus ein Feuerzeug. Die äußere Erscheinung dieses Exemplars eines unbekannten Herstellers gleicht der eines in Barock und Klassizismus wieder beliebten Rundtempels mit Kuppel, dem sogenannten Monopteros. Vom Sockel bis zur Kugel auf der Kuppel misst das Objekt 26 cm Höhe, sein größter Sockeldurchmesser beträgt 16,2 cm. Der Sockel und der Sims sind aus Birnbaum oder einem verwandten Holz gedrechselt und poliert. Die sechs Säulen bestehen wahrscheinlich aus Walnussholz. Um den Sims läuft ein rankenverziertes, teilweise beschädigtes Messingband. Die abhebbare Kuppel ist aus Kupferblech getrieben. Der gesamte Zündmechanismus befindet sich unter der Kuppel. Die konstruktiven Teile sind aus Messing gefertigt. Drückt man den mit einer Spannfeder nach oben gedrückten Hebel nach unten, öffnet sich das Gasventil und das im Glaszylinder zwischen den Säulen produzierte Gas entweicht durch ein winziges Löchlein waagerecht in den auf einem Stab sitzenden Zylinder. In diesem ist ein Netz aus feinen Platindrähten zu erkennen, an welchen sich das Gas entzündet. Gleichzeitig dreht der Hebel über zwei verzahnte Kegelradsegmente eine kleine, grün verkrustete Lampe zwischen die Düse und das Platinnetz.
Literatur
Brenker, Fabian, Eine zündende Idee. Das Döbereiner Platin-Feuerzeug. in: KulturGut – Aus der Forschung des Germanischen Nationalmuseums 64, 1/2020, 1–3.