Material und Technik
Etui aus Graupappe, bezogen mit rotem Saffianleder, mit Samt ausgeschlagen. Lanzetten aus Stahl. Gläserne Impfglasröhrchen.
Beschreibung
„Vaccinations-Etui“ / Vakzinations-Etui, mit 3 Lanzetten, 1 Nadel, 2 Glasröhrchen mit Impffaden. Das Etui aus der Zeit der Kuhpocken-Impfungen zeigt die lateinische Aufschrift "In exitando morbo Salus". Zu Deutsch: Im Anfachen der Krankheit liegt Heil(ung) und meint, durch die Impfung mit Kuhpocken wird zwar diese Krankheit entfacht, dadurch jedoch die viel gefährlicheren Menschenpocken abgewehrt. Die dünnwandigen, mit Wachs verschlossenen Glasröhrchen beeinhalten äußerst selten überlieferte Impffäden. Diese Impffäden wurden mit Lymphe getränkt und zur Impfung in die Wundstelle des Impflings eingebracht.
Literatur
Neues Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst, hrsg. von C. W. Hufeland, Bd. 8, 3. Stück. Berlin 1803.
Roland Schewe, Barbara Leven: Scharf, spitz und durchsichtig. Seltene Impfutensilien, ihre Geschichte(n) und ein unerwartetes Paradoxon, in: KulturGUT - Aus der Forschung des Germanischen Nationalmuseums, III. Quartal 2021, Heft 70, S. 7-10, DOI: https://doi.org/10.11588/kg.2021.70.82667
Was ist Aufklärung? Fragen an das 18. Jahrhundert, Ausst. Kat. Deutsches Historisches Museum Berlin, hg. von Raphael Gross und Liliane Weissberg, München 2024, S. 174 [Saro Gorgis].