Beschreibung
Impfbesteck in Lederetui mit vergoldeten Rocaillendekor. Darin 14 elfenbeinerne Impflanzetten mit dunklen Griffen aus Ebenholz, einem Lanzetten-Röhrchen sowie einem elfenbeinernen Lanzetten-Halter mit zwei unterschiedlich geformten spiegelblank polierten Stahlklingen. Die Lanzetten sind ca. 80 mm lang. Die Spitzen der Lanzetten sind 4 mm breit bei einer Stärke von 0,2 mm. Solche Impfbestecke könnten bei Reihenimpfungen in städtischen Einrichtungen wie Gebär- und Waisenhäusern, Rathäusern und Polizeistationen oder auch bei Impfterminen auf dem Land in Gasthäusern in den jeweiligen Impfkreisen zum Einsatz gekommen sein. Mehrere Impflinge könnten so hintereinander mit jeweils einer eigenen sauberen Lanzette geimpft worden sein, ohne dass viel Zeit mit dem Reinigen der Instrumente verlorenging.
Literatur
Roland Schewe/Barbara Leven: Scharf, spitz und durchsichtig. Seltene Impfutensilien, ihre Geschichte(n) und ein unerwartetes Paradoxon, in: KulturGUT - Aus der Forschung des Germanischen Nationalmuseums, 70 (2021), Heft 3, S. 7–10. | DOI: https://doi.org/10.11588/kg.2021.70.82667