WI2523 - Impflanzetten im Etui (Wissenschftl. Instr.-Waffen-Pharmazie)

Sammlung
Wissenschftl. Instr.-Waffen-Pharmazie
Inventarnummer
WI2523
Allgemeine Bezeichnung
Impflanzetten im Etui
Besitzverhältnis
Geschenk
Herstellungsdatum
ca. 1820 bis 1840
Material und Technik
Bein, Holz, Pappe
Maße
Etui: 130 x 100 mm
Beschreibung
Impfbesteck in Lederetui mit vergoldeten Rocaillendekor. Darin 14 elfenbeinerne Impflanzetten mit dunklen Griffen aus Ebenholz, einem Lanzetten-Röhrchen sowie einem elfenbeinernen Lanzetten-Halter mit zwei unterschiedlich geformten spiegelblank polierten Stahlklingen. Die Lanzetten sind ca. 80 mm lang. Die Spitzen der Lanzetten sind 4 mm breit bei einer Stärke von 0,2 mm. Solche Impfbestecke könnten bei Reihenimpfungen in städtischen Einrichtungen wie Gebär- und Waisenhäusern, Rathäusern und Polizeistationen oder auch bei Impfterminen auf dem Land in Gasthäusern in den jeweiligen Impfkreisen zum Einsatz gekommen sein. Mehrere Impflinge könnten so hintereinander mit jeweils einer eigenen sauberen Lanzette geimpft worden sein, ohne dass viel Zeit mit dem Reinigen der Instrumente verlorenging.
Literatur
Roland Schewe/Barbara Leven: Scharf, spitz und durchsichtig. Seltene Impfutensilien, ihre Geschichte(n) und ein unerwartetes Paradoxon, in: KulturGUT - Aus der Forschung des Germanischen Nationalmuseums, 70 (2021), Heft 3, S. 7–10. | DOI: https://doi.org/10.11588/kg.2021.70.82667
Konservatorische Bedingungen
19 bis 23° C50% relative Luftfeuchte ± 3%Beleuchtung max. 50 Lux in Etui, nur Lanzetten max. 150 LuxgerahmtVitrine, abschliessbarKlimavitrine, abschliessbarAlarmsicherung der RäumeAlarmsicherung der VitrineAufsicht während der ÖffnungszeitenWache während der SchliesszeitenUV < 10 μW/lm bzw. < 1.5 mW/ m2
Restaurierungswerkstatt
Wissenschaftliche Instrumente und Waffen
Bearbeiter (Restaurierung)
Roland Schewe
Markus Raquet
Status
erledigt
Anmerkungen
Vitrine
Zustandsbeschreibung
Das Impfbesteck wurde im Februar 2021 unter der Zugangsregisternummer Z.R.1903 Nr. 21530 als "Starstich-Instrumente" im Depot für Wissenschaftliche Instrumente neben anderen bislang noch nicht inventarisierten und erfaßten Medizinischen Objekten gefunden. Der Deckel war notdürftig mit drei breiten braunen Klebebandstreidfen fixiert. Das Etui war verschmutzt und verstaubt, ebenso die Instrumente. Die Formschale für die Instrumente war verformt, locker und aufstehend. Das Leder mit variierenden Verfärbungen ist bestoßen, mit partiellen Rissen und Fehlstellen im Narben, partiell loser pulverisierter Narben. Samt und Seide des Etuis sind verblichen, partielle braune Flecken und Fehlstellen. Für eine Präsentation im "Blickpunkt" Juli 2021 und einen Aufsatz über Impfutensilien wurde das Impfbesteck restauratorisch-konservatorisch überarbeitet. Die Klebestreifen und Klebereste wurden mit Lösungsmittel (Schellsol T) und Wattestäbchen gelöst und entfernt. Mittels Mikro-Staubsaugerdüsen wurde das Leder und Textil gereinigt. Die Formschale wurde mit Fischleim niedergelegt. Das Etui außen mit Lederbalsam (Maroquin) gereinigt. Die Lanzetten und Lanzettenhalter wurden mittels Wattestäbchen und einem Ethanol-Wasser-Tensid-Gemisch gereinigt.
Objekt in Ausstellung
Vielleicht
Gruppennummer
13.2 Fortschritt Medizin Naturwissenschaft
Objekte der Gruppe