MIR2005 - Flötenuhr (Musikinstrumente)

Sammlung
Musikinstrumente
Inventarnummer
MIR2005
Allgemeine Bezeichnung
Flötenuhr
Besitzverhältnis
aus Altbestand
Herstellungsdatum
um 1850
Herstellungsort
Süddeutschland / Deutschland
Material und Technik
Gehäuse: Nadelholz, dunkel gebeizt, Windführungen mit Leder abgedichtet, offene Holzpfeifen mit Stimmdeckel aus Pappe; Uhrwerk Messing, Gewichte Sandstein, Pendel Messing, justierbare Gewichtsscheibe
Maße
Werk: H. 61 cm, B. 50 cm, T. 28,5 cm, Walze L. 36,2 cm, Dm. 9 cm
Beschreibung
Zwei Register, zwei Walzen.
Flötenuhr in fremdem Gehäuse mit zeitgenössischem Lackschild. Das Werk besitzt ein offenes und ein gedecktes Holzregister mit separaten Schleifen mit jeweils 22 Pfeifen. Der Magazinbalg steht auf der Schmalseite, d. h. um 90° gedreht hinter dem eingeschobenen Uhrwerk. Er hat drei Einlassventile, auf der Rückseite Überdruckventil mit Metallhebel sowie zwei Messingfedern für die Kompression. Die Rückwand ist aus zwei unterschiedlich breiten Nadelholzbrettern gefügt (links B 21,8 cm, rechts B 22,6 cm) und sowohl oben als auch unten an der Schnittkante mit einer Eisenklammer verbunden sind. In der Rückwand ist ein Loch von 29 mm Dm geschnitten, dessen Oberkante 22,5 cm vom Boden entfernt ist; es dient zur Aufhängung des Werks. Die Walze hat eine Breite von 362 mm und einen Durchmesser von 90 mm, sie ist mit zwölf Musikstücken bestiftet. Die technische Ausführung entspricht der offenen Rückseitenbalg-Bauart, wie sie Herbert Jüttemann, Schwarzwälder Flötenuhren. Kostbarkeiten aus der frühen Uhrenindustrie des Schwarzwaldes, Waldkirch 1991, S. 23-26 beschreibt. Links neben dem Uhrwerk ist das Gefach für die Windflügel, die mit Bleikugeln besetzt sind, daneben befindet sich schließlich das Gefach für das Laufwerk. Für den Halbstundenschlag ist rechts vom Uhrwerk eine Eisenglocke befestigt. Gefertigt wurde dieser Uhrentyp zwischen 1820 und etwa 1850; die letzten Flötenuhren wurden im Schwarzwald bis etwa 1860 gefertigt.
Das Lackschild ist unten links mit einem Monogramm signiert. Der erste Buchstabe des Monogramms ist zerstört, der zweite Buchstabe ich H, danach folgt "1880", was sich vermutlich auf eine Renovierung und nicht auf die Herstellung bezieht. Das gewölbte Zifferblatt ist von zwei Säulen mit gelben Punkten auf quadratischer Basis geziert, oben Darstellung einer Burg vor Wassergraben mit Mauer. Dahinter rechts ein gemauerter Viereckturm, links ein längliches Gebäude mit Satteldach und Gauben, die von einem mehrgeschossigen Viereckturm überragt werden. Das Schild wird seitlich mit Haken und Ösen am Uhrgehäuse befestigt. Jüngere Bearbeitungsspuren auf der unbehandelten Rückseite des Schildes lassen vermuten, dass es nicht ursprünglich zu diesem Uhrwerk gehörte. Beide Teile befinden sich in einem hohen Standuhrengehäuse, wo für Werk und Schild nicht ausreichend Platz vorhanden ist, was die nachträgliche Kombination der unterschiedlichen Elemente deutlich macht.
Provenienz
Erworben aus Privatbesitz
Provenienz
Klassifikation
Automatische Uhr
mechanical clock
Literatur
Wege in die Moderne. Weltausstellungen, Medien und Musik im 19. Jahrhundert. Hrsg. von Jutta Zander-Seidel, Roland Prügel. Ausst.Kat. GNM 2014. Nürnberg 2014, Kat.Nr. 516.
Konservatorische Bedingungen
19-23 °C50% / +-5 rF50 lxgerahmtVitrine, abschliessbarKlimavitrine, abschliessbarAlarmsicherung der RäumeAlarmsicherung der VitrineAufsicht während der ÖffnungszeitenWache während der Schliesszeiten< 0.5 mW/m²
Restaurierungswerkstatt
Musikinstrumente
Bearbeiter (Restaurierung)
Georg Ott
Luise Richter
Status
erledigt
Anmerkungen
Vitrine oder Podest mit Absperrung