Anmerkungen
H. 18,3 cm, B. 6,5 cm, T. 4,5 cm
Material und Technik
Blei, Zinn-Blei-Legierung
Beschreibung
Vor einem neugotischen Bogen über zwei symmetrisch angeordneten Schwänen: Stehende Madonna mit Kind. Darunter der eigentliche Behälter gedrungen eiförmig mit Fuß und Klappdeckel.
Die Rückseite des an einer Wand zu befestigenden Weihwasserbehältnisses - mittelalterlichen Pilgerzeichen ähnlich - zeigt in Flachrelief vor ausgeschnittenem Grund eine gotisierende Baldachinarchitektur. Eine Art Wimperg, mit Krabben besetzt, ruht auf kannelierten Säulen, deren Piedestale auf gemeinsamer Sockelplatte von zwei gegengleichen Schwänen getragen werden. In diese "Architektur" eingestellt ist ein von einem Kielbogen überfangenes Biphorium, vor dem eine Madonna mit Kind auf einer aufwärts weisenden Mondsichel steht. Das eigentliche Weihwassergefäß ist gebaucht über einem abgeschnürten Fuß. Auf dem Klappdeckel aufgeschmolzene Metallflächen zeigen Randornamente, eine Herzform mit drei davon ausstrahlenden Pfeilen und darüber die Formel JHS mit Kreuz, was bedeuten kann "in hoc signo" oder volkstümlicher "Jesus, Heiland, Seligmacher". Das kesselartige Gefäß, mit Klappdeckel versehen, sitzt an einer mit Reliefguß verzierten Rückwand.
Ehemals: Egerländer Stube - 1902 -
Literatur
Bernward Deneke: Die Egerländer Stube im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Zur Geschichte musealen Sammelns und Darbietens ländlicher Altertümer. In: Jahrbuch für Ostdeutsche Volkskunde 16, 1973, S. 272.
Eger. Ehemals eine freie Reichsstadt. T. II. Volkskunst aus dem Egerland. Bearb. von Bernwart Deneke und Angelica Hack. Ausst.Kat. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Amberg 1985, Kat.-Nr.: VK 62, S. 243-244, Abb. 25.