Material und Technik
Ton; engobiert, beiglasiert, Ritzdekor, bemalt
Beschreibung
Rötlicher Scherben, welcher auf der Unterseite teilweise bleiglasiert und auf der Oberseite hellgelb engobiert, sowie grün, hellocker und rostbraun bemalt. Die Schüssel zeigt Ritzdekor. Der Boden ist leicht zur Mitte hin aufgewölbt. Ein Knick befindet sich zwischen Boden und der zunächst steil ansetzenden, dann sich flacher nach außen biegenden Wandung. Der Spiegel ist ebenfalls leicht aufgewölbt. Die schmale Fahne besitzt einen breiten Wulstrand.
Über dem hellgelben Fond der Schüssel ist die Madonna von Kevelaer in den Scherben geritzt. Ihr Gewand besteht aus Streifen, in welche ockerfarbene und rostbraune Querstriche gemalt sind. Teilweise verläuft die in schrägen Streifen über das Gewand aufgetragene grüne Farbe. Auf dem Kopf trägt die Madonna eine hellbraune Krone. Die Umrisse, das Gesicht der Madonna, sowie die Binnenzeichnung ihres Gewandes sind hellbraun besetzt.
Der hinsichtlich seiner Töpferbetriebe sehr gut aufgearbeitete Bestand an Quellen des Niederrheins ermöglicht einen guten Überblick über Werkstätten und Erzeugnisse. Die vorliegende Schüssel dürfte aus Tonisberg bei Krefeld stammen. Die vorrangig verwendeten Farben Grün, Rot und Braun, ein meist gelblicher, zum Teil auch rostbrauner Anguss, sowie die durchweg geritzte Zeichnung bilden die Charakteristika der Niederrheinischen Erzeugnisse. Darüber hinaus sind die Motive häufig christlicher Provenienz, wie im vorliegendem Fall, wo die Madonna von Kevelaer, dem bekannteseten Wallfahrtsort am Niederrhein, abgebildet ist.
Literatur
Mechthild Scholten-Neess, Werner Jüttner: Niederrheinische Bauerntöpferei 17. – 19. Jahrhundert (Werken und Wohnen. Volkskundliche Untersuchungen im Rheinland 7). Düsseldorf 1971, S. 417, Kat.Nr. 856.