Beschreibung
Das Gemälde ist Teil einer Serie, in der Grützner einen Kardinal als Kunstfreund und Sammler zeigt. Hier, wie auch in drei weiteren Versionen der Reihe, betrachtet der hohe Kirchenvertreter sitzend, mit aufgestütztem Kopf eines seiner Kunstwerke. Im Hintergrund erkennt man weitere Teile der Sammlung, Gemälde und Kunstgewerbliches. Links neben ihm liegt auf einem Hocker ein Buch. Ein leichtes Lächeln, wohl ausgelöst durch das Gemälde, umspielt die Lippen des Kardinals.
Grützner widmete sich seit seinem Frühwerk den Mönchen und Priestern. Für die Kardinalsdarstellungen regten ihn möglicherweise auch große Vorbilder wie Raffael, Tizian oder El Greco an. Seine Kardinäle genießen das Leben: die Lektüre, die Musik, das Schachspiel, einen guten Wein oder die Kunst. Der Künstler wirft mit solchen Werken, die sich beim Publikum seiner Zeit großer Beliebtheit erfreuten, einen augenzwinkernden Blick auf die hohen Würdenträger und ihre Welt. Seine Werke wurden zudem für ihren malerischen Reiz und den Reiz des Stofflichen geschätzt.
Literatur
Balogh, Laszlo: Eduard Grützner 1846-1925. Ein Münchner Genremaler der Gründerzeit. Monographie und kritisches Verzeichnis seiner Ölgemälde, Ölstudien und Ölskizzen. Mainburg 1991, Nr. 535.