Material und Technik
Fichtenholz, beschnitzt und bemalt.
Beschreibung
Großer Schrank, geschnitzt und teilweise bemalt. Stilmischung aus Rokokoelementen mit beginnenden Louis-Seize-Formen. Größtenteils Naturfarbe des Fichtenholzes, die Schnitzereien vergoldet und grün gefüllt. In den beiden oberen Kartuschen oben sind Jesus und Maria dargestellt. In den beiden unteren Kartuschen sind Blumensträuße zu sehen.
"Um 1800 erhielt der Schrank in Teilen Bayerns auf dem aufgewölbten Gesims einen durchbrochenen Aufsatz, der vielfach in der Mitte mit dem Lamm Gottes geschmückt ist, und ein flaches Schnitzwerk, das noch spät, wohl unter dem Einfluss historisierender Stilformen, dem 18. Jahrhundert verbunden bleibt. Als Motive der Malerei erlangten im 19. Jahrhundert die Darstellungen der Heiligen Herzen Jesu und Maria Bedeutung. Die Themen entsprachen der Intensivierung des Kultes, die auch darin ihren Ausdruck finden, dass das Herz-Jesu-Fest 1765, das mariologische Gegenstück 1805 kirchlich gestattet wurde. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurden Christus und Maria mit dem Herzen auf der Brust dargestellt. Der Typus der Dreiviertelfiguren mit dem geöffneten Mantel ist auch durch Lithographien verbreitet worden." (Text Deneke 1979)
Literatur
vergleiche: Bernward Deneke: Volkskunst. Führer durch die volkskundlichen Sammlungen. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. München 1979, S. 74f., Nr. 96.
vergleiche: Bernward Deneke: Bauernmöbel. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. München 1969, S. 327, Abb. 271.
Wolfgang Brückner: Die Sprache christlicher Bilder (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum 12). Nürnberg 2010, S. 78, Abb. 62.